NORDKINDSKÖPFCHEN

WAS IST EINE „GUTE MUTTER“?

erinnert ihr euch noch an die zeit, bevor ihr euren kleinen wurm in den armen gehalten habt? ja bevor ihr überhaupt die ersten tritte unter euren herzen gespürt habt? im moment der geburt erfüllte uns dieses wahnsinnige glück, welches man einfach nicht in worte fassen kann. ab dem zeitpunkt als ich meinen sohn das erste mal im arm hielt, hätte ich ohne zu zögern mein leben für ihn geopfert. dieses glück und diese bedingungslose liebe, welche ich in diesem moment in mir trug kann man einfach nicht in worte fassen. das kann man nur fühlen. keine droge dieser welt kann das übertreffen. für mich als frisch gebackene mutter hatte das leben plötzlich erst einen sinn gefunden. das bedeutet nicht, dass mein leben vorher keinen sinn hatte. im gegenteil. ich habe mein leben genossen, viel spass gehabt und war viel unterwegs und immer unter menschen. doch in dem moment der geburt meines sohnes wusste ich erst wofür ich bis zu diesem zeitpunkt gelebt hatte.

schon in der schwangerschaft habe ich angenfangen, mir gedanken darüber zu machen, ob ich mein kind wohl richtig erziehen werde. werde ich eine gute mutter sein? werde ich alles perfekt machen? wie wird sich mein kind entwickeln? natürlich hatte ich auch die bilder vor augen. ein perfekt erzogenes kind, welches immer auf mama hört und zu jedem erwachsenen höflich ist und anderen kindern gegenüber stets hilfsbereit und offen gegenübersteht. ich war überzeugt, dass mein kind so sein wird, denn ich hatte eine genaue vorstellung von der erziehung meines kindes.

doch spätestens mit dem beginn der mobilität meines kindes hatte sich mein erziehungsplan in luft aufgelöst. denn es lief nicht so reibungslos wie geplant. ich fragte mich irgendwann: „werde ich eine gute mutter bleiben?“ in manchen situationen merkte ich nun, dass das thema erziehung jetzt erst wirklich los geht. verbote aussprechen, motivieren, loben, ja und das thema mit den konsequenzen…

die ersten zwei jahre plätschern erziehungstechnisch so dahin. die alltäglichen dinge mussten ersteinmal erlernt werden. das fing beim essen an meinem kind den löffel auch mal selbst in die hand zu geben um das selbständige essen zu üben. regelmäßige sitzungen auf dem töpfchen wurden geübt. spielzeug nach dem benutzen wieder in kisten packen gehörte natürlich auch dazu. und selbstverständlich gehörte auch der umgang mit einem haustier – einem lebewesen – dazu: „bitte zieh dem hund nicht an seine ohren, bitte gib dem hund nicht deinen keks, bitte heb den hund nicht am halsband hoch…“.

aber nicht nur das kind muss erzogen werden. auch eine mutter hat viel, ja sehr viel zu lernen. hier das erste beispiel dazu:

dadurch, dass ich bald wieder meinem job nachgehen musste, da meine 2-jährige elternzeit vorbei war, kam der zeitpunkt, an dem mein sohn das erste mal in die kita musste. mir fiel es sehr schwer, mein kind in fremde hände zu geben. es dauerte zwei wochen, bis er eingewöhnt war. die ersten wochen klappten super. keine probleme.

irgendwann, eines schönen tages, wollte ich ihn wieder einmal aus der kita abholen. ich freute mich wahnsinnig auf ihn. als ich in den gruppenraum kam, rennt mir mein heulendes wutentbranntes kind entgegen, boxt mit fäusten auf meine beine ein und schimpft laut, ich solle wieder gehen. er drehte sich um und ging wieder spielen. mir standen die tränen in den augen… was war passiert? ich wusste überhaupt nicht, was nun los war. hatte ich beim reinkommen in den raum irgendetwas gemacht, was er auf sich bezogen hatte und falsch verstanden? ich war mir keiner schuld bewusst. das ging wochenlang so. immer wenn ich mein kind fragte, warum er so wütend auf mich ist, bekam ich keine antwort. er sagte nur, dass ich wieder gehen solle. bis ich irgendwann einmal eine erzieherin fragte, was ich denn falsch machte! ich war verzweifelt.

sie klärte mich auf. sie erzählte mir, dass mein sohn nicht der einzige ist, der solch ein theater macht, wenn er abgeholt wird. es gibt einfach ein paar kinder, die empfindlicher darauf reagieren, wenn sie mitten im spiel auf einmal denken, sie müssten jetzt sofort damit aufhören, weil mama kommt und sie abholen will. das leuchtete mir ein. ich änderte also meine strategie. ich fuhr 10 minuten eher in die kita, setzte mich beim reinkommen (oder rauskommen, wenn sie gerade draußen spielten) irgendwo hin, wo er mich sehen konnte und wartete solange, bis er von alleine zu mir kam. das dauerte meistens nicht länger als 2 minuten. aber er konnte für sich entscheiden, wann das spiel beendet war. er wusste irgendwann, wenn er mich sah, dass wir bald fahren würden, wenn ER soweit ist. und so konnte er sich darauf einstellen. kinder haben in dem alter kein zeitgefühl. sie verlassen sich voll und ganz auf den tagesablauf. sie müssen aber auch die chance haben, sich auf plötzliche veränderungen einstellen zu können. und das ist kein gerede einer sozialpädagogin oder ähnliches, sondern reine erfahrung einer mutter! nichts gegen sozialpädagogen, echt nicht. aber zu sozialpädagogen, die keine eigenen kinder erzogen haben, habe ich eine gespaltene meinung, und diese müssen sich bei mir bzw meinem kind erst einmal beweisen.

was ist überhaut eine gute mutter? für mich ist erstmal jede mutter, die ihr kind mit liebe, fürsorge und respekt auf seinem lebensweg begleitet, eine gute mutter. für mich macht eine gute mutter aus, wenn sie auf ihr kind eingehen kann und lösungen zusammen mit ihrem kind findet. es gibt situationen mit kindern, die an die grenzen des nervenzusammenbruchs führen, weil man nicht mehr weiter weiß. manchmal kann so ein kleiner zwerg die nerven von eltern zum zerreißen anspannen lassen. in solchen situationen ist die coolness der eltern gefragt. wer in diesen situationen nicht locker bleibt, hat verloren…

beim nächsten mal: der wocheneinkauf ist fällig! das kind muss mit… oha… 

 

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