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PSEUDOKRUPP | Die Horrornacht

Pseudokrupp – Ich hasse dich! Du hast mir einen Schrecken eingejagt!

Er schläft so friedlich

Wir hatten einen tollen Tag. Es ist Freitag Abend. Endlich Wochenende. Ich erledige den restlichen Abwasch in der Küche, wische alles ab und gehe ins Wohnzimmer. Zum Glück hat er schon sein Schlafzeug an, und seine Zähne hat er auch bereits nach dem Abendessen geputzt. Während ich die Küche säuberte, durfte er solange noch fernsehen, bevor es ins Bett gehen sollte. Krümel ist auf der Couch eingeschlafen. Ich wecke ihn jetzt nicht, um ihn ins Bett zu bringen. Ich kann ihn später mitnehmen, wenn ich selbst ins Bett gehe. Süss sieht er aus, wenn er so schläft mit diesem leichten Schnaufen und seinen roten Schlafbäckchen. Es ist ein wenig warm im Wohnzimmer, doch dann hat er es schön kuschelig, denke ich mir.

Ich lasse Krümel auf der Couch liegen, nehme mir den Rechner und gehe in die Küche, damit ich ihn nicht störe.

Unheimlich, dieser befremdliche Husten

23.00 Uhr. Ich bin müde. Vielleicht sollte ich ins Bett gehen. Doch plötzlich höre ich Geräusche aus dem Wohnzimmer. Ich klappe den Laptop zu und gehe zu Krümel. Er hustet. Dieser Husten ist befremdlich. Er hört sich an, als hätte er einen Hund verschluckt, der aus ihm heraus bellt. Er atmet komisch. Nun schlägt er die Augen auf und schaut mich panisch an. Mir schießt etwas durch den Kopf: Pseudokrupp!

„Shhhhhh… Ich bin bei dir. Du bekommst schlecht Luft, ich höre das. Das bekommen wir gleich hin. Atme ganz ruhig weiter. Schön langsam.“

flüster ich ihm ins Ohr. Er vertraut mir. Er beruhigt sich sofort. Er ist so tapfer.

Ich kannte diese Pseudokrupp-Anfälle. Die Kinder einer sehr guten Freundin waren von diesen Anfällen betroffen. Als ich damals davon hörte, beschäftigte ich mich ein wenig intensiver mit dem Thema. Rein aus Interesse. Ich hatte niemals einen Anfall miterlebt und hatte nicht annähernd die Vorstellung davon, wie sich das „real“ anhört und vor allem als Mutter anfühlt. Ich war weit davon entfernt zu glauben, dass es auch meinen Sohn einmal treffen könnte. Wie bei so vielen Dingen, schiebt man so etwas gedanklich zur Seite: Es wird uns schon nicht treffen!

Was ist nun zu tun

Ich bin so dankbar, dass ich mich mit dem Thema schon einmal beschäftigt hatte. Ich packe Krümel in eine Wolldecke und öffne die Terrassentür. Es ist kalt draußen. Und das ist gut so. Ich setze ihn in seinen bequemen kleinen Sessel und schiebe ihn zur Tür. Ich rede ihm gut zu, dass er versuchen soll, ganz ruhig zu atmen. 

Um sicher zu gehen, dass es wirklich ein Krupp – Anfall ist, hole ich sein Asthma Spray. Es wirkt nicht. Das ist schon fast eine Bestätigung. Ich weiss, dass diese Anfälle im schlimmsten Fall mit Cortison-Zäpfchen behandelt werden. Doch dummerweise bekommt man diese erst nach dem ersten Anfall. Das ist unser erster Anfall. 

Ich habe das Gefühl, es geht Krümel etwas besser. Ich nehme ihn und bringe ihn in mein Bett und öffne hier die Fenster komplett. Kalte Luft soll helfen das Atmen zu erleichtern, bis der Anfall vorbei ist. Wenn alles gut läuft, sollte der Anfall gleich vorüber sein und Krümel kann dann direkt im Bett weiter schlafen. Eine Stunde ist seit seinem Aufwachen nun vergangen… Er bekommt immer noch schlecht Luft und hustet ständig.

Die Panik kommt

Krümel schaut mich plötzlich mit weit aufgerissenen Augen an. Vielleicht hat er sich an seiner Spucke verschluckt und das regelmäßige Atmen konnte er jetzt nicht mehr einhalten. Panik schiesst in seinen Blick. Er schaut mich flehend an und zeigt auf seinen Hals und seine Brust. Es reicht! 

Ich rufe den Notarzt. Wir bekommen es nicht alleine in den Griff. Ich hatte es so sehr gehofft. Ich versuche so ruhig wie möglich zu sein um meinem geliebten Kind die Panik zu nehmen. Doch er kennt mich zu gut und erkennt die Angst in meinen Augen. Ich könnte weinen. Doch ich versuche stark zu sein. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit. Endlich! Ich sehe Blaulicht! Das muss der Krankenwagen sein. Es ist bereits nach Mitternacht.

Stolze Mami

Ich schnappe mir Krümel und ich laufe mit ihm auf dem Arm zum Krankenwagen. Er wird mir sofort abgenommen und auf die Trage im Krankenwagen gelegt. Ich übergebe ihn in die Hände der Männer, die ihm jetzt helfen werden. Eine Notärztin kommt mit einem separaten Einsatzwagen an. Meine Vermutung wird bestätigt: Unser erster Pseudokrupp-Anfall. Er bekommt sofort ein Cortison-Zäpfchen und etwas zum inhalieren. Krümel macht alles tapfer mit. Ich bin so dankbar. Wir fahren ins Krankenhaus und werden sofort von einem Kinderarzt empfangen. Krümels Kreislauf wird kontrolliert. Es geht ihm bereits viel besser. Wir bleiben noch einen Moment im Krankenhaus. Von Minute zu Minute blüht mein kleiner Großer wieder auf. Er beschäftigt sich in der Kinderspielecke. Auch der Arzt bestätigt einen Pseudokrupp-Anfall und gibt mir ein Rezept für ein Cortison-Zäpfchen mit. Er beruhigt mich. Es wird zu 98% in dieser Nacht kein weiterer Anfall folgen.

Wir lassen uns abholen. Auf Mamas ist immer Verlass. Sie bringt uns nach Hause. Wir fallen ins Bett und schlafen sofort ein…

Nächtliche Unruhe

Seit dieser Nacht höre ich jeden Abend genau hin. Ich bin nicht mehr entspannt. Kann in der ersten Nachthälfte schlecht einschlafen, da die meisten Anfälle bei Kindern in dieser Zeit stattfinden sollen. Jedes noch so kleinste Geräusch lässt mein Atem kurz still stehen, um zu hören, ob es wieder ein Anfall ist… Erst nach Mitternacht kann ich beruhigt einschlafen…

Anmerkung: Ich nehme an, dass der Auslöser, wie auch vom Arzt befürchtet, ein Infekt war. Hinzu kam die warme Heizungsluft im Wohnzimmer und der kalt-feuchte Tag. Den Infekt habe ich jedoch nicht bemerkt. Krümel war weder vorher, noch nach dem Anfall auffällig krank.

Weitere Informationen zum Thema Pseudokrupp findest du HIER.

Liebe Grüße!

Deine ConnyCol.

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