Erziehung Familie Kindergarten NORDKINDSKÖPFCHEN

Monster im Kinderzimmer

Ab einem Alter von etwa 3-4 Jahren geht es los. Von heute auf morgen werden Monster ein Bestandteil deiner Familie. Niemand hat diese Monster gebeten, die Familie zu vergrößern. Doch sie sind einfach da. Ganz plötzlich! Und sie werden uns nicht so schnell verlassen.

Ein plötzlich lauter Aufschrei aus dem Kinderzimmer reißt dich schlagartig aus dem Schlaf. Du versuchst zu sortieren. Hast du das jetzt geträumt? Oder war da wirklich was? Du hörst leises Jammern und Winseln aus dem Kinderzimmer.

Doch! Es war real!

Dein Adrenalin steigt schlagartig auf einen Spiegel, welches dich ganze Häuser verschieben lassen würde. Du springst auf und rennst in Richtung Kinderzimmer. Dabei achtest du nicht darauf, dass du im halb Dunkeln auf ein Spielzeugauto trittst. Natürlich mit nackten Füssen. Du brichst mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen. Anstatt wieder aufzustehen, was Zeit kostet, krabbelst du nun so schnell du kannst zur Kinderzimmertür und schmeißt sie auf. Deine Knie schmerzen nun auch vom Krabbeln. Egal! Hauptsache du verlierst keine Zeit. Über die Schmerzen kann man sich später noch Gedanken machen.

Dein Kind! Irgendwas ist mit deinem Kind. Etwas Schreckliches muss passiert sein. Du schaust dich schnell beim Betreten des Zimmers um. Nichts! Doch wo ist dein Kind? Du siehst genauer hin. Die Bettdecke bewegt sich.

Was findest du vor?

Ein kleines total verängstigtes Kind. Schweiß gebadet und zitternd. Du fragst was passiert ist.

„Hier ist ein Monster in meinem Zimmer“

Innerlich fällt dir ein Stein vom Herzen, der in etwa die Größe eines Autos hat. Natürlich weißt DU, dass es keine Monster gibt. Doch sagst du das jetzt auch deinem total verängstigten Kind? Dein Kind glaubt fest an dieses Monster. Schließlich hat es das auch gerade gesehen. Möchtest du deinem Kind jetzt sagen, dass es Quatsch ist? Dass es gar keine Monster gibt? Was macht die Aussage dann mit deinem Kind? Es wird enttäuscht denken: „Mama glaubt mir nicht!“

Was also tun?

Fest in den Arm nehmen und trösten ist erstmal das Wichtigste. Dein Kind muss die Angst abfallen lassen können.

„Mama/Papa ist jetzt da und beschützt mich“

Wenn sich dein Kind beruhigt hat, sollte es erzählen dürfen, wo das Monster war und wie es aussah. Wenn das Kind darüber sprechen darf und ernst genommen wird -wir kennen es von uns selbst- hilft das schon sehr. Nun kann Mama/Papa sich auf die Suche nach dem Monster machen. Unter dem Bett, im Schrank, hinter dem Vorhang… überall. Nichts zu finden.

Dein Kind wird beruhigt sein. Denn das Monster ist erst einmal weg. Wahrscheinlich wird dein Kind dich bitten, bei ihm zu bleiben, bis er/sie wieder eingeschlafen ist, oder zumindest ein kleines Licht anzulassen. Gewähre deinem Kind diese Bitte.

Ich halte es für sinnvoll, alles was man erlebt, noch einmal Revue passieren zu lassen. Nur so kann man verarbeiten.

Am nächsten Tag

Das ist ein guter Zeitpunkt, um noch einmal mit deinem Kind über das Geschehene zu sprechen. Jetzt kann man dem Kind auch vorsichtig erklären, was in solch einer Situation eigentlich im Kopf passiert. Erkläre deinem Kind behutsam, dass sein Köpfchen ihm einen Streich gespielt hat und man manchmal Dinge sieht, die gar nicht da sind. Ein Kuscheltier mit riesigen Augen auf dem Regal kann nachts im Dunkeln sehr schnell wie ein grausames Monster aussehen. Versuche herauszufinden, was der Auslöser war. Vielleicht war es ein Spielzeug, ein Kuscheltier oder nur die Klamotten über dem Kinderstühlchen.

Es wird nicht das letzte Mal sein, dass die Nächte durch Monsterbesuche gestört werden. Doch du kannst deinem Kind helfen, besser damit zurechtzukommen, bis es lernt, die Ängste in der Nacht selbständig zu bewältigen. Das dauert… Vielleicht Monate, vielleicht Jahre… Doch ich sage mir immer: Genau für solche Situationen bin ich die beschützende Mutter, oder? Und Mutter bzw Vater bleibt man ein Leben lang. Und wenn mein Kind die Zeit benötigt, bekommt es diese auch.

Liebe Monstergrüße😉

ConnyCol.

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