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KINDERGEBURTSTAG │ Für’s Kind? Für Mich? Für Dich? Für wen eigentlich?

Eigentlich beginnt die Planung des Kindergeburtstages schon Wochen im Voraus. Jedenfalls bei mir. Der Kopf arbeitet schon vier Wochen vorher und kreist nur noch um den Geburtstag des Kindes. Es ist ja nicht so, dass man einfach nur einen Geburtstag plant. Nein, bei Kindern ist das noch einmal eine Hausnummer anders. Als Mutter planst du insgesamt mindestens 3 Geburtstagsfeiern. Nicht nur, dass das Stress pur ist, muss du dafür auch noch tief in die Tasche greifen.

♥ Der erste 5. Geburtstag

Mein Krümel geht in den Kindergarten. Seine Kindergartengruppe besteht aus insgesamt 22 Kindern, Krümel eingeschlossen. Natürlich wird auch im Kindergarten der Geburtstag gefeiert. Ich weiß, dass meinem Sohn dieses große Tam-Tam eigentlich viel zu viel ist. Er gehört eher zu den introvertierten Kindern und steht nicht gerne im Mittelpunkt, wenn er sich nicht selbst dort hinkatapultiert hat. 

Für 22 Kinder einen Kuchen zu backen, stellt sich als kleine Herausforderung dar. Mit dicker Torte brauchst du gar nicht erst beginnen. Die Erzieher im Kindergarten sind nicht wirklich dankbar für sahnig-kleckernde Torte, die beim Verteilen an die Kinder in kleine Matschhaufen zerfällt. Also war das Thema schnell vom Tisch. 22 Muffins backen. Tolle Idee und praktisch ist es sicherlich auch, macht aber irgendwie die Hälfte der Eltern. Kam somit für mich auch nicht in Frage. Also stöberte ich ein wenig im Netz und stieß auf eine tolle Idee. Der Lokomotiven-Kuchen. Für Kindergartenkinder genau das Richtige. Gesagt… getan…

Schon aus meiner Kindheit kenne ich es, dass wir zu unseren Geburtstagen immer ein Kleinigkeit für alle anderen Kinder mitgebracht haben. Meistens kleine NascIMG_5536hitütchen oder von Mutti zusammengestellte Mixbonbontüten. Grundsätzlich ist das bis heute so geblieben. Aber eine Kleinigkeit hat sich dabei geändert. Oftmals bleibt es nicht bei Süßigkeiten. Man packt doch noch eine Kleinigkeit zum Verteilen dazu. Warum? Keine Ahnung. Es scheint als drängt sich die Müttergesellschaft selbst dorthin. Väter sind da wieder viel entspannter. Ne Tüte Gummibärchen, jeder bekommt fünf Stück und dann ist das Thema durch. Und kein Kind im Kindergarten würde sich beschweren. Wir Mütter sind halt anders. Wir wollen, dass unser Kind an seinem Tag im Mittelpunkt steht, sein Kuchen bewundert wird, sich alle Kinder über das Mitbringsel freuen. Und da ist es wieder „wir wollen“. Doch wollen unsere Kinder das? Ich schließe mich hier überhaupt nicht aus. Auch ich gehöre zu dieser ‚Art‘ Mama 😉

♥ Der zweite 5. Geburtstag

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p style=“text-align: justify;“>Die zweite Feier startet am Nachmittag, nach dem Kindergarten. Wir berücksichtigen hierbei natürlich nicht, dass unser Kind bisher schon eine relativ anstrengende erste Tageshälfte hinter sich gebracht hat. Man kann das irgendwie mit einem Arbeitstag für einen Erwachsenen vergleichen. Auch unsere Kinder sind nach einem Tag im Kindergarten nachmittags platt. Ich merke das jeden Tag. Mein Krümel benötigt einfach eine halbe Stunde, um zuhause anzukommen und den Kindergarten hinter sich zu lassen. Das kann sich in Wutanfälle, Zurückgezogenheit oder Kuschelrunde auswirken. Je nachdem wie er den Tag gerade verarbeitet. Und nun muten wir unserem Kind noch ein volles Haus zu. Unsere Kinder könnten sicher auf die Familienfeier verzichten. Es gibt hier zwei Arten von Familienfeiern. Die eine, wo sich die Familienmitglieder treffen, die sich sowieso mehrmals in der Woche sehen. Der eng miteinander verbundene Familienkreis – wie es bei uns der Fall ist. Und dann gibt es noch die Feier mit den Familienmitgliedern, die man wirklich nur auf diesen Kindergeburtstagen trifft. Verwandte, die man vielleicht einmal oder zweimal im Jahr sieht. Doch was hat das Kind davon? Geschenke? Auch in diesem Fall würde unser Kind getrost darauf verzichten wollen, wenn es sich gezwungen fühlt, sich über das Geschenk freuen zu müssen und dann noch ein gequältes ‚dankeschön‘ rauspressen zu müssen, damit die Verwandtschafts-Hoheit nicht enttäuscht ist. Zudem kommt noch die Arbeit von etlichen Kuchen und mindestens einer Torte. Wenn man hier keine Unterstützung hat, kann so ein Tag in wirklichem Stress ausarten und die Eltern sind mehr damit beschäftigt, ihre Verwandtschaft zufrieden zu stellen, anstatt sich mit dem Kind in Ruhe ins Zimmer zu setzen und die neuen, vom Kind schon seit langem gewünschten Geschenke gemeinsam auszuprobieren. Braucht unser Kind diese Art von Geburtstagsfeier?

♥ Der dritte 5. Geburtstag

Für das Kind wahrscheinlich der schönste Tag von allen. Das Kind hat seine besten Freunde eingeladen. Spielkameraden, mit denen unser Kind endlich mal alle Geschenke mit anderen gemeinsam ausprobieren und testen kann. Denn wir Eltern hatten bisher nicht so richtig Zeit dafür. Auch für uns Eltern kann das entspannter sein, als der erste und der zweite 5. Geburtstag. Da ist das Po-Abwischen von 50% der Kinder, die ihr großes Geschäft ausgerechnet in den drei Stunden der Geburtstagsfeier erledigen, und der Ruf, der aus der Toilette schallt: „Conny, kannst du mein Popo abwischen?“ …ein Klacks und wird nebenbei erledigt 🙂

So ein Kindergeburtstag ist eigentlich ein Selbstläufer. Als Eltern braucht man sich eigentlich hier keinen Stress machen. Das Umsetzen der ausgedachten Spiele und den Versuch, den Animateur zu spielen, wird man während der ersten Stunde der Feier wieder verwerfen. Kinder beschäftigen sich irgendwie selbst. Wenn Kinder sich bei anderen Kindern aufhalten, ist das Kinderzimmer des Freundes der reinste Abenteuerspielplatz. Jeder guckt sich erst einmal das Zimmer an, das Spielzeug, die Malstifte usw. Es gibt einfach viel zu entdecken. Das was man selbst nicht hat, ist halt am interessantesten.

Da dank meiner idealen Wohnsituation, Pferde und Ponnys nicht all zu weit weg sind, konnten wir die Möglichkeit nutzen, hinter unserem Haus die Ponnys zu besuchen um ihnen eine Streicheleinheit zu verpassen. Die Zeit ging so schnell um, dass ich langsam in Zeitnot kam. Denn eine Schatzsuche hatte ich ebenfalls eingeplant. Direkt nach dem Ponnystreicheln ging es auf Schatzsuche. Bis sich alle wieder eingefunden und ihre Schätze begutachtet hatten, war auch die zweite der drei Geburtstagsfeier-Stunden um. Ich wollte die Kinder nicht ohne Abendessen nach Hause lassen, sodass ich ein paar Pommes mit Würstchen zubereitete. Das geht schnell, ohne viel Aufwand und bei Kindern kommt das immer gut an. Eine halbe Stunde vor Abholung der Kinder wurde gegessen. Die Kinder hatten den Bauch mit Kuchen und Süßkram voll, sodass nicht viel gegessen wurde. Trotz 6 Kinder zwischen 4 und 7 Jahren lief die Feier wirklich gesittet ab. Es gab keine Verletzten, das Chaos war überschaubar und mein Kind war glücklich. Für ihn war es der schönste von allen gefeierten 5. Geburtstagen.

Liebe Grüße!

ConnyCol.

2 Comments

  • Reply
    DieKurze
    30. Juli 2016 at 09:53

    Oh süße, du schreibst wirklich toll 🙂 hör niemans auf damit. Ich hab mich beömmelt und bin sehr gerührt. Fabelhaft. Und nochwas: Hut ab dass du das alles so hinbekommst…

    • Reply
      Conny
      30. Juli 2016 at 10:10

      Ich danke dir meine Süße :-*

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