Dies & Das Endlich Nichtraucher

ICH SCHAFFE ES NICHT… ODER DOCH?

endlich wochenende.

grundsätzlich freue ich mich über das wochenende. aber wochenende bedeutet auch, familienbesuche, gesellschaftliche treffen, kaffee trinken, gute gespräche und viel freie zeit… jedenfalls denkt man als nichtraucherfrischling man hätte zu viel zeit. die gesellschaft ist hektisch. immer muss man etwas zu tun haben. hast du dich in den letzten 24 stunden einfach mal entspannt irgendwo hingesetzt, ohne musik, ohne fernseher, ohne irgendeinen lärm im hintergrund und hast einfach mal 10 minuten dieser ruhe genossen? als raucher habe ich das andauernd getan. ich habe mir die zeit für diese „unheimlich wichtige“ zigarette genommen. aber nimmst du dir auch diese 10 minuten, wenn du nicht rauchst? einfach hinsetzten und LogoNICHTS tun, nur für dich? seitdem ich nicht mehr rauche, kann ich mich an solch eine situation nicht erinnern. ich habe heute nach dem abendessen einfach in den raum gesagt: „so und jetzt eine rauchen“… mein sohn erwiderte zu meinem erstaunen: „du rauchst ja gar nicht mehr!“ und grinste dabei so neunmalklug. er wusste genau, diese zehn minuten, die ich sonst nach dem essen draußen „in ruhe“ gesessen habe, gehören nun ihm allein. natürlich wurde ich sofort nach dem essen eingespannt. ich hatte das gefühl, er genoss es, dass nicht mehr der satz von mir kam:“ich geh´ jetzt erstmal eine rauchen!“.

natürlich hatte ich auch an diesem morgen wieder das einsame gefühl in der küche. allerdings stellte ich fest, dass mein muskelkater sich fast in luft aufgelöst hatte. das bekämpfen des feuers mit feuer hat scheinbar seine wirkung nicht verfehlt. wir waren zum familienfrühstück verabredet. innerhalb der familie gibt es mehrere raucher. ich war gespannt, wie ich den vormittag zwischen rauchern überstehen würde. wir waren relativ früh verabredet und mein sohn und ich auch schon 30 minuten vor der zeit bei meiner mutter in der küche und rührten keksteig an.

mein sohn lag mir seit anfang der woche schon in den ohren, dass er kekse backen wollte. auch die tatsache, dass mein rührmixer ein paar tage vorher den geist aufgegeben hatte, störte ihn nicht. „dann nehmen wir halt oma´s mixer!“ war sein argument. da konnte ich nicht gegenhalten. wieder einmal hatte er gewonnen. kekse backen… wir erwachsenen sind oft der meinung, dass das backen von keksen in die weihnachtszeit gehört. kinder sind da glücklicherweise anders. kinder machen und wollen genau das, wozu sie gerade lust haben. und diese kleinen laufenden meter schaffen es tatsächlich gestandene mütter und väter in den wahnsinn zu treiben, bis sie ihren willen bekommen haben. und sie vergessen nichts, solange es nicht abgearbeitet wurde. wahrscheinlich halten diese kleinen spezialisten auch noch checklisten hinter dem rücken bereit und haken jedesmal ab, wenn etwas von mama oder papa abgearbeitet wurde.

wir waren also schon sehr früh beim kekse backen. nach und nach trudelte die familie ein. natürlich waren alle schon längst in meine zigaretten-abstinenz eingeweiht. immer wieder im laufe dieses vormittages verschwand jemand nach draußen. natürlich um eine zu rauchen. und ja… die versuchung, einfach eine zigarette aus eine der schachteln zu nehmen, war gross. ich hatte die hoffnung, vielleicht durch einen „ungünstigen“ windzug in eine dieser rauchwolken zu gelangen um einmal tief einatmen zu können. aber nichts! der entzug wurde immer präsenter. natürlich hält man tapfer durch. man will sein gesicht ja nicht verlieren. in diesem moment geht es erstmal um den eigenen stolz. jedenfalls war es bei mir so. man denkt doch in diesem moment nicht an die gesundheit oder das geld, sollte man doch wieder anfangen. raucher, die ihre sucht aufgeben wollten und es nicht geschafft haben, fangen doch meistens alleine und heimlich wieder an. man schämt sich, wenn man weiss, dass man versagt hat. auch ich dachte an diesem vormittag daran aufzugeben und zu versagen. ich dachte an meine elektro-zigarette, die ich ja als notlösung auch noch rauchen könnte. ein zug würde mich doch nicht rückfällig machen, oder? ich könnte ja nikotinfrei rauchen…

aber das sind fliegende gedanken. ich habe durchgehalten. ich habe mir keine zigarette aus den schachteln genommen. ich habe meine e-zigarette gelassen wo sie war. ich habe auch diesen tag überstanden, ohne zigaretten…

beim nächsten mal: nicht nur ein verzicht! muss man auf nur eine sucht verzichten, oder gleich mehrere opfer bringen?

 

 

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