NORDKINDSKÖPFCHEN

FLASCHENBABY – WARUM MUSS MAMA SICH RECHTFERTIGEN?

wenn babys bis zum ersten lebensjahr muttermilch erhalten, haben grosses glück. es ist gesund, verringert das risiko von allergien, mama hat es immer wohltemperiert dabei und knapp wird es auch nie. ausserdem soll die bindung zwischen mutter und kind intensiver sein als beim flaschenbaby. doch ist das wirklich so?

oftmals werden mütter, die ihrem säugling eine flasche anbieten erstmal komisch angeguckt. wenn allerdings dann auch noch der künstliche „muttermilchersatz“ darin ist, können sich die meisten einen spruch nicht verkneifen: „du tust deinem kind aber nichts gutes damit… muttermilch ist aber viel besser!“ – na klar ist muttermilch besser! aber schon mal darüber nachgedacht, dass es gründe gibt, warum gewisse kinder keine muttermilch, sondern aus pulver zubereitete milch bekommen? ich finde, niemand, aber auch niemand hat das recht, eine mutter zu verurteilen, weil sie ihr kind nicht mit muttermilch füttert. es gibt mütter, die können einfach nicht genug milch produzieren. das baby saugt an der brust und schreit weil einfach nichts mehr rauskommt. es gibt mütter, die versuchen die ersten tage tapfer den schmerz zu verdrängen. als „gute mutter“ macht man das, oder? doch wie es sich für eine mutter anfühlt, wenn das kind ein gemisch aus blut und milch trinkt, weil die brustwarzen wund und gerissen sind. das baby so oft angelegt werden muss, dass die haut gar keine zeit hat, sich zu regenerieren? wenn mama genau weiss, dass ihr baby gleich hunger bekommt und deshalb anfängt zu weinen, weil sie angst vor dem schmerz beim anlegen hat? muss eine „gute mutter“ das alles aushalten? gerade die fütterung seines babys ist doch ein ganz besonderer moment. es ist eine der innigsten momente die zwischen mutter und kind. baby liegt ganz nah bei mama, hört vielleicht den herzschlag der mutter leise klopfen und spürt die wärme der bedingungslosesten liebe, die es auf dieser welt gibt. ob es muttermilch ist, oder zubereitete milch… mutterliebe spüren kinder bei beiden methoden gleichermassen. babys spüren aber auch genauso, wenn mama sich nicht wohl fühlt. ich denke nicht, dass eine stillende mutter mehr liebe für ihr kind empfindet oder eine engere beziehung zu ihrem kind hat, als eine mutter die nicht stillt. wenn es einer mutter unangenehm ist zu stillen, und dabei ist es völlig egal, welcher grund dazu geführt hat, sollte sie sich dazu nicht zwingen. es gibt mehr gründe als finger an der hand, warum eine mutter nicht stillen möchte oder kann. man sollte sie nicht dafür verurteilen!

die produkte, die es heutzutage im handel zu kaufen gibt, kann man seinem kind bedenkenlos geben. in deutschland gibt es sehr hohe qualitätsprüfungen. gerade bei babynahrung sind die gesetze streng. auch mein kind hat flaschennahrung erhalten. mein sohn und ich haben ein sehr inniges verhältnis – schon seit der geburt. er hat keine besonderen krankheiten, die andere (stillkinder) nicht auch hätten.

wofür muss sich eine mutter also rechtfertigen, wenn sie nicht stillt? auch ich habe erfahrung mit dieser art von „belehrung“. mein sohn war damals 6 wochen alt, als ich mit ihm in die stadt fuhr, um ein paar neue babysachen zu kaufen. natürlich bekam er zwischendurch hunger. ich fütterte ihn also mit der flasche. ein mann so um die 50 kam mit seiner frau auf mich zu und wollte mal gucken. mal gucken bedeutet oft, sich das baby mal von ganz nah anzusehen und im schlimmsten fall auch noch anzufassen und zu streicheln. für alle, die auch zu den „guckern“ gehören: bitte, bitte lasst das sein!!! mütter HASSEN das! du kannst nicht einfach in einen kinderwagen greifen und ein neugeborenes streicheln. das ist kein hund. fremde haben sowieso die finger weg zu lassen. verwandten rate ich, zumindest vorher zu fragen oder auf die körpersprache der mutter zu achten. man erkennt ziemlich schnell, ob es für eine mutter ok ist, wenn das baby gestreichelt wird. das aber nur zu diesem thema.

der mann, der zu mir kam, während ich mein kind fütterte, fasste mein baby zum glück nicht an. er merkte aber wohl, dass ich es nicht schön fand, dass er mir so nahe kam, nur um mein kind zu begutachten. er meinte dann auch noch, dass seine tochter auch vor vier wochen seinen enkel zur welt gebracht hatte. gleichzeitig belehrte er mich mit den sätzen:“aber warum füttern sie denn nicht muttermilch? sie wissen schon, dass es das beste für das kind ist? also meine tochter stillt.“ natürlich bekam er die passende antwort, dass er doch bitte seine tochter besuchen möchte, wenn er darauf wert legt, zuzugucken, wie sie ihr kind stillt und dass ich meine gründe für diese alternative fütterung habe. er sah mich an, als wäre ich unfhöflich gewesen. aber die tatsache, dass er mich belehren wollte, zeigte mir, dass nicht ich die unhöfliche person war.

also liebe mamas. wenn ihr stillen könnt, bitte macht es. natürlich ist es besser als auf alternativen zurückzugreifen. doch sollte es gute gründe geben, dass nicht gestillt werden kann, dann lasst euch nicht verunsichern. wichtig ist, dass sich kind und mutter dabei wohl fühlen. und das, meine lieben, ist doch wohl die hauptsache um eine intensive und liebevolle bindung aufzubauen, oder?

mh&k – conny


 

1 Comment

  • Reply
    maramarin21
    6. Mai 2016 at 21:34

    Das sehe ich genauso :-).

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