NORDKINDSKÖPFCHEN

DER WOCHENEINKAUF DES GRAUENS


der wocheneinkauf steht an. nicht jede mutter hat die chance, den einkauf mit kind zu verhindern. es gibt zwangsläufig probleme beim einkaufen mit kindern. ich kenne kein kind, welches die ganze zeit brav neben dem einkaufswagen her läuft und nicht neugierig wird und große augen bekommt, wenn man an den süßigkeitenregalen vorbei „muss“. ja, es ist tatsächlich so. man MUSS daran vorbei gehen. es gibt überhaupt keine andere chance. 99% aller lebensmittelgeschäfte sind doch so aufgebaut, dass man überhaupt keine möglichkeit hat, den leckereien, die fast bis zur decke gestapelt sind, aus dem weg zu gehen. und wenn man es doch schafft, zumindest in einem bestimmten abstand zu bleiben, kommt man doch irgendwann an einem aktionsaufsteller vorbei, der voll gestopft ist mit süßkram „im angebot“.

selbst wenn das kind im einkaufswagen sitzt, wird es ja nicht einfacher. es gibt zwischen den regalen gerade einmal platz für 2 einkaufswagen nebeneinander. sobald dir jemand entgegenkommt, hast du mit kind im wagen verloren. die arme deines kindes fuchteln nach rechts oder links, je nachdem auf welcher seite sich das regal gerade befindet. wenn du etwas pech hast, kannst du dann auch erst einmal die heruntergefallenen dinge aufsammeln, nachdem der entgegenkommende kunde, der natürlich gerade kichernd die regalreihe verlässt, an dir vorbei ist. aber auch das ist ja gar nicht so schlimm. schlimm wird es dann, wenn dein kind gar nicht im wagen sitzen möchte.

wenn mein kind nicht im wagen sitzen möchte, darf er natürlich laufen, aber nicht ohne direkt einen auftrag von mir zu erhalten. lebensmittel suchen, die auf der liste stehen. die aufgabe finde ich nicht schlecht, so lernt er gleich was dabei. ich schaue immer danach, dass es dinge sind, die nicht soweit von mir entfernt sind, damit er nicht ohne mich quer durch den laden muss. aber… man sollte bei der auswahl auch darauf acht geben, dass die lebensmittel für das kind erreichbar sind… das hatte ich einmal nicht bedacht und bekam auch die quittung dafür. ich hörte irgendwann laut rufen:“mama! ich komme nicht ran!“. ich sah mein kind mit seinen dreckigen, bematschten stiefeln mitten im kühlregal zwischen joghurt und milch stehen und er versuchte an den käse zu kommen, den wir überlicherweise kaufen. die blicke der anderen waren natürlich nicht übersehbar. aber es hatte keine weiteren folgen für uns. ein anderes mal fand er es witzig, die ganzen gefrierschränke, die mit schiebedeckel ausgestattet sind, aufzuschieben und offen stehen zu lassen. es hat natürlich jeder mitbekommen, dass es MEIN kind war, welches sich da einen „spass“ erlaubt. bei einem anderen einkauf konzentrierte ich mich gerade auf häkelnadeln, die ich für mein hobby benötigte. plötzlich sah ich aus dem augenwinkel, wie mein sohn aus dem regalgang springt und ganz laut „buh!!!!“ schreit. als ich um die ecke schaute, hockte dort eine frau und sah mich erschrocken an. mein sohn lachte sich kaputt. dasselbe wiederholte er dann nochmal. allerdings streckte er diesmal die zunge dabei raus. das fand auch ich dann nicht mehr witzig und ich hätte im boden versinken können.

das typische schauspiel in einem geschäft sind natürlich die tobsuchtsanfälle deines kindes, wenn es etwas nicht bekommt, was es gerne haben möchte. natürlich habe auch ich diese situationen durchlebt. mein kind wollte ein bestimmtes spielzeug in einer drogerie haben. ich sagte nein. das war’s… ich hätte nicht für möglich gehalten, dass mir sowas tatsächlich passiert. diese situation kam völlig unerwartet und ich war nicht vorbereitet. er schmiss sich hin und fing laut an zu quieken und zu schreien und brüllte dabei noch, dass ich doof sei… ähhh… kind? stehst du bitte wieder auf? du blamierst DICH gerade! in wahrheit ist es jedoch anders. wir reden uns gerne ein, das kind würde sich blamieren. in wirklichkeit geht es uns aber nicht ums kind. jede mutter, und ich meine jede mutter, die dieses horrorszenario das erste mal überraschend in der öffentlichkeit durchleben muss, möchte sofort unsichtbar werden. deinem kind ist es in dem moment völlig egal, ob andere gucken, reden oder mit dem kopf schütteln. dein kind wartet in genau diesem moment nur auf eine reaktion von DIR. und wenn diese situation das erste mal auftritt, reagierst du so unauffällig wie möglich. was natürlich sinnlos ist, denn die aufmerksamkeit ist dir längst sicher. du schnappst dir entweder dein kind und verlässt fluchtartig das geschäft, oder du bietest deinem kind genau das an, was es haben wollte, damit erstmal ruhe ist. natürlich bekommst du die sprüche sofort von fremden leuten an den kopf geknallt. bei der flucht kannst du dir anhören:“na das kind fällt ihnen aber gleich runter!“ – ja ich weiss, FREMDER! bei der variante mit dem angebot hörst du dann:“na, hat das kind es geschafft?“ – ja FREMDER, damit du das glotzen aufhörst!!! hey FREMDER, falls du das hier liest, merke dir eins: halt dich aus situationen wie diesen doch einfach raus. das ist ein ding zwischen mama und kind! ein nettes lächeln für die mama oder einfach ein paar ermutigende worte wie:“das geht vorbei“ reichen völlig aus und entspannen die mutter. denn die mutter ist nur nervös wegen menschen wie euch.

doch was willst du auch in solchen situationen machen? wichtig ist, dass du als mutter beim nächsten mal auf diese situation vorbereitet bist. wenn du weisst, du bist vorbereitet, bist du gleich schon einmal viel entspannter. du weisst genau, dein kind wird gleich etwas haben wollen. natürlich möchtest du deinem geliebten kleinen wurm jeden wunsch erfüllen. aber es muss einfach lernen, dass man nicht immer und überall alles haben kann. auch mein kind musste das erst einmal lernen.

entscheidend an der ganzen sache ist, dass du dir ein dickes fell zulegst. das dicke fell ist aber nicht für dein kind, sondern für die „fremden“. es muss dir egal sein, wer und wieviele leute da glotzen oder tuscheln oder blöde sprüche bringen. wenn du das beherzigst und dann noch auf die situation vorbereitet bist, hast du es schon fast geschafft.

ich kann euch nur erzählen, was ich getan habe und bis heute so durchziehe. ich kann nur sagen, es klappt bei uns sehr gut. ich habe jedenfalls keine einkaufsausrastererlebnisse mehr.

ich überlege mir vor meinem einkauf schon, ob ich meinem jungen einen wunsch erfülle oder nicht. meistens müssen wir 2 (manchmal auch 3) geschäfte betreten um alles zu bekommen. bevor wir das erste geschäft betreten (meistens eine drogerie) sage ich ihm im auto:“mäuschen, in diesem geschäft kaufen wir nur ein paar kleinigkeiten. wir kaufen hier kein spielzeug und keine süssigkeiten. wenn du das toll machst, kannst du dir im anderen geschäft gleich eine kleinigkeit aussuchen“. ich war überwältigt. es klappte auf anhieb. im ersten geschäft kam nicht einmal ein nörgeln. ok, irgendwann einmal hatte er bei diesen kleinen süßigkeitenständen an der kasse einfach einen schokoriegel geöffnet und mir mitgeteilt, dass wir den jetzt kaufen müssen, weil er offen ist. natürlich habe ich ihn gekauft. gegessen habe ich ihn, und zwar genüsslich vor seinen augen. das fand er überhaupt nicht lustig. es kam nie wieder vor 🙂

im zweiten geschäft (lebensmittel) ließ ich mein kind direkt am anfang etwas aussuchen. benimmt er sich während des einkaufs daneben, muss das ausgesuchte wieder zurück gebracht werden. die ersten male war es ein wahnsinniges theater im laden. das war mir aber egal. ich war ja vorbereitet und hatte mir das dicke fell zugelegt. nur so verstand er: „diese tolle sache, die ich gerade in den händen halte, darf ich behalten, wenn ich keine regale ausräume, mich nicht in die kühlwände stelle, alle eisfächer aufschiebe, regale ausräume und anderen die zunge rausstrecke.“ es klappte. nach zwei einkäufen hatte er verstanden. seither kläre ich ihn immer schon im auto auf, ob für ihn eine kleinigkeit rausspringt oder nicht. das kommt auch immer auf den tagesverlauf an. hält er sich nicht an gewisse regeln, gibt es auch an dem tag nichts. bisher bin ich gut mit dieser taktik gefahren.

und sollte doch mal ein ausraster kommen, sei dir gesagt: einfach warten, auch ruhig mitten im geschäft. lass das kind brüllen. alle anderen können sich die ohren zuhalten, wenn es ihnen nicht passt. dein kind wird nicht ewig brüllen. solange nichts passiert, merkt dieses kleine aber schon hochintilligente wesen, dass dieses affentheater sich überhaupt nicht lohnt. also geduld mama, geduld… du hast den dickeren kopf 😉

im nächsten bericht: konsequenz oder bestrafung? wo ist überhaupt der unterschied?

 

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