Dies & Das Endlich Nichtraucher

DER ABEND DAVOR…

seit wochen dachte darüber nach, mit dem rauchen aufzuhören.

aber dann dachte ich wieder: „wieso? was würde mir das bringen?“ als raucher findest du keinen grund um aufzuhören. man hat immer das geld für eine schachtel kippen. na ok, die erkältung zieht sich schon seit 4 wochen, und in der brust schnürrt sich alles schmerzhaft zusammen beim husten, aber… egal, wo liegen die zigaretten? ja, so geht es jahrelang. ein nichtraucher kann spätestens hier nur noch kopfschüttelnd daneben stehen. kein argument der welt würde dich jetzt vom rauchen abbringen.

und doch kam bei mir dieser abend. der abend an dem ich ein paar jeans anprobierte und feststellen musste, dass ich tatsächlich von hosengrösse 38 in die hosengrösse 40 gewachsen bin… der frühling stand in der tür und der sommer war demzufolge auch nicht mehr soooo weit weg. ich musste etwas tun. aber was? fitnessstudio? sportverein? es gibt viele möglichkeiten um sich sportlich aktiv zu betätigen. aber da haben wir schon den nächsten haken… wann soll ich denn noch sport machen? ich bin alleinerziehende mutter eines 4 jährigen kindes, frauchen eines jack russel terriers, habe einen job und der haushalt macht sich auch nicht von alleine.

an diesem abend machte ich mir keine weiteren gedanken mehr um sport. in diesem moment dachte ich mir dann auch, dass sport irgendwie überbewertet wird. erstmal eine rauchen…

man findet als raucher oftmals sowieso immer gründe, um keinen sport machen zu müssen. ich spreche nicht von allen rauchenden sportmuffeln. es gibt durchaus auch raucher, die viel sport treiben. aber mal ehrlich… irgendwie passen in meinem kopf zigaretten und sport so gar nicht zusammen.

nach diesem besagten abend voller frustration brachte ich am nächsten morgen meinen sohn in den kindergarten. als ich nach hause zurückkam, musste erstmal mein zweiter kaffee her und natürlich eine gemütliche zigarette auf der terasse, bevor ich mich in mein home office stürzte. jeder raucher kennt dieses aufsteigende unwohle gefühl und die kreisenden gedanken, wenn man feststellen muss, dass die anzahl der zigaretten nicht mit der verbleibenden stundenzahl zusammenpasst – was tun? ich hatte die nase gestrichen voll von diesen gedanken! das war wohl der zeitpunkt, der die wende in meinem kopf brachte. 4 zigaretten hatte ich jetzt noch. die würde ich auch genüsslich rauchen. solange wie es eben reicht. gegen mittag war es dann soweit. die letzte zigarette in der schachtel. ich rauchte auch diese letzte zigarette, machte sie aus, brachte meinen aschenbecher in die küche und reinigte ihn. alleine das ist eine überwindung. denn man fragt sich alleine auf dem weg zum säubern des aschenbechers ein paar mal, ob man das jetzt wirklich ernst mit sich selbst meint. und nun kommt es auf deine sturrheit an. spätestens jetzt hat man das gefühl eine multiple persönlichkeit zu haben. die eine seite bricht gerade in panik aus und die andere seite will seinen sturrkopf durchsetzten und das ganze durchziehen… mein sturrkopf hat die panik besiegt.

nun hatten wir ja gestern abend das thema mit der hosengrösse. und nun noch mit dem rauchen aufhören? jetzt musste ich mir tatsächlich eine lösung zum thema sport einfallen lassen. ohne sport würde ich mit sehr grosser wahrscheinlichkeit in den nächsten 4 wochen depressiv werden, weil die kilos mehr und mehr werden würden.

zwischen feierabend und kindergartenschluss blieben mir 1.5 stunden. das reicht erstmal aus. also joggingsachen an, hund an die leine und auf ging es in richtung feldweg, der dann durch kleine wäldchen führt. natürlich durfte musik in den ohren dabei nicht fehlen. ich kann nur empfehlen, sich beim joggen auf musik in den ohren einzulassen. wichtig ist hierbei ein einigermassen gleichmässiger beat. das hilft gerade „sportanfängern“ 🙂 dabei, nicht permanent mit schmerzhaften seitenstechen kämpfen zu müssen. Die Musik hält dich in einem gleichmäßigem lauf- und atemrythmus.

voller motivation ging es ab der haustür direkt mit dem joggen los. nach circa 300 meter dachte ich, mir zieht jemand von hinten an meiner jacke und anstatt laufschuhe habe ich betonklötze an den füssen.

ich jabbste nach luft und war fix und fertig. mein hund schaute mich an, als würde er gleich loslachen wollen. mir war natürlich sofort klar, dass ich das meiner raucherlunge zu verdanken hatte. aber nun wurde der schweinehund in mir wach. jetzt erst recht… ich ging langsam ein paar schritte, bis ich wieder regelmässig und ruhig atmen konnte. zweite runde… diesmal kam ich zumindest schon ein paar meter weiter und war auf meinen körperlichen „zusammenbruch“ vorbereitet. wieder ein paar schritte im fussmarsch und weiter im joggingmodus. es klappte immer besser und ich kam immer ein paar meter weiter. ich hatte auch langsam das gefühl, als würde mein hund mich nicht mehr ganz so verachtend ansehen. das ganze zog ich 45 minuten durch. zuhause fühlte ich mich wie eine junge göttin. ganz im ernst. man sagt ja, beim sport werden glückshormone ausgeschüttet. mir ging es richtig gut.

ich dachte nicht im ansatz an eine zigarette. aber eine dusche wäre toll gewesen. doch wie das bei zeitknappheit einer mutter ist, die ihre joggingeinheit zwischen feierabend und kindergartenschluss schieben muss… keine zeit zum duschen. jetzt war erstmal wieder kind und haushalt
an der reihe… da muss sich die körperpflege manchmal anstellen…

beim nächsten mal: 24 stunden nach der letzten zigarette… kommt der entzug?

No Comments

  • Reply
    1000facetten
    16. April 2016 at 05:40

    Ich hatte ja das Glück, dass ich aufhören musste, weil ich schwanger war. Und es fiel mir natürlich schwer, eine Alternative gab es aber nicht. Und da ich danach ja gestillt habe, bzw. noch stille, konnte ich bisher auch nicht wieder anfangen. Im Mai bin ich 2 Jahre rauchfrei und auch wenn es mir manchmal noch in gewissen Situationen fehlt, bin ich wirklich froh und glücklich, nicht mehr zu rauchen. Halte durch. Du wirst ganz schnell ganz viele Argumente finden, die gegen das Rauchen sprechen! Ich finde es super, dass du das machst! :-*

    • Reply
      connycol
      16. April 2016 at 16:29

      vielen lieben dank für deine ermutigenden worte. es ist wirklich nicht einfach, aber ich bin voller zuversicht, dass ich es schaffe 🙂

    Leave a Reply

     
    %d Bloggern gefällt das: