Dies & Das Endlich Nichtraucher

24 STUNDEN DANACH…

die erste nacht ohne zigaretten war geschafft.

es war ok. der vorabend war auch ohne zigaretten kein grosses problem. ich hätte mich allerdings von der schokolade fernhalten sollen. ich stellte fest, dass man so ganz ohne einen ersatz nur schwer auskommt. aber ich wollte ja nun mal auch nicht opfer der „ersatzdroge“ schokolade werden. dann wären meine qualen des vortages und die blamage vor meinem hund, der sich in der gestrigen situation wahrscheinlich gefragt hatte, ob ich meinem job als rudelführer auch wirklich gewachsen war, völlig umsonst gewesen.

bachlauf

(c) connycol.de

mir war es während meiner rauchzeit nie aufgefallen. aber habe nur ich morgens nach dem aufwachen an ein kaffee und eine zigarette gedacht? oder geht es allen rauchern so? über so etwas redet man komischerweise auch überhaupt nicht. nicht einmal unter rauchern. auch übe
r diesen „pelz“ auf der zunge, morgens nach dem aufwachen, redet niemand. denn diesen „pelz“ hatte ich an diesem morgen nicht. aber dafür hatte ich schmerzen. meine beine wollten mich nicht halten. ich hatte einen muskelkater, den ich seit jahren nicht hatte. das hatte ich nun davon, dass ich mich selbst zum joggen überredet hatte.

nachdem ich mir meinen kaffee gemacht hatte setzte ich mich in die küche. ich fühlte mich irgendwie verloren. im hintergrund hörte ich meinen sohn mit dem hund toben. und ich ganz ungewohnt in der küche… mit meinem kaffee. ich hatte das gefühl, auch mein kaffee fühlte sich einsam. das was fehlte war der routinierte morgendliche ablauf. während der kaffee läuft wird fix die wolldecke auf den terassestuhl rausgeworfen – kaffee aus der küche holen und auf die terasse. schön gemütlich unter die wolldecke und… natürlich… zigarette an. aber an diesem morgen war es anders. ich wusste irgendwie nichts mit mir anzufangen und ich erwischte mich dabei, dass ich nicht ganz glücklich mit der situation war. hätte mir an diesem morgen jemand eine zigarette angeboten, ich hätte sie dankend angenommen. aber mir bot keiner eine zigarette an. so blieb mir nichts anderes übrig, als meinen einsamen kaffee zu trinken und mich dem weiteren morgendlichen ablauf zu widmen. komisch war allerdings, dass ich an diesem morgen eine halbe stunde früher fertig war.

ich nahm bewusst kein geld mit auf dem weg zum kindergarten. ich packte nur den autoschlüssel, handy und haustürschlüssel ein. auf dem 5 minütigem weg zum kindergarten komme ich an 2 zigarettenautomaten und einem „tante emma“ – laden vorbei. die versuchung wäre zu gross gewesen. nachdem ich meinen sohn im kindergarten abgeliefert und wieder zuhause angekommen war, stand die uhr auf halb acht. ich hatte eine stunde leerlauf bis zum beginn meiner arbeitszeit. ich hätte natürlich eine stunde früher anfangen können, ja. ich entschied mich jedoch dafür, mir ein paar glückshormone zu holen. ich zog mich schnell um und schnappte mir die leine. mein hund schaute mich ein wenig verwirrt an… wie konnte ich auch am frühen morgen die leine in die hand nehmen? ich muss erwähnen, dass ein morgendlicher spaziergang mit dem hund nicht üblich ist. bisher hatte ich morgens immer unter zeitknappheit gelitten, sodass ein spaziergang nicht drin war. stattdessen wurde zwischen kaffee und zigarette ein paar mal der ball quer durch den garten geworfen. das musste morgens erstmal ausreichen. doch an diesem morgen hatte ich noch zeit und meine hündin ahnte, was ich vorhatte. klar, sie freute sich über diesen spontanen „ausflug“ natürlich sehr. der morgen war wirklich herrlich. alles war so still. selbst auf dem feldweg und im wald hatte ich den eindruck, dass alles noch schläft und ruhiger ist als sonst.

ich war erstaunt über mich selbst. ich hatte diesmal das doppelte an laufstrecke geschafft bevor ich einen moment im schritt-tempo weiter musste. ich wurde immer besser. ich glaube auch meine hündin nahm mich wieder ernst. ich fühlte mich wunderbar, trotz dieser quälenden schmerzen in den beinen. ich hatte jedoch während des joggings den eindruck, die schmerzen würden weniger werden. ich habe hier wohl feuer mit feuer bekämpft. zurück zu hause war ich durchgeschwitzt und der hund sah aus wie durch den schlamm gezogen. ich ging schnell duschen, und der hund… ja der hund, der fand andere möglichkeiten um sich zu säubern… und ich fand noch ein paar zusätzliche sachen, die ich waschen könnte nachdem sie dann auch einigermassen dreckfrei war.

ich dachte den ganzen vormittag nicht mehr an eine zigarette. die zeit verging schnell. ich war die ganze zeit abgelenkt. auch das ist ein wichtiger faktor. wie schon erwähnt raucht man zum grossen teil nicht weil die „sucht“ sich meldet sondern weil es gerade in den eigenen zeitplan passt. aber schon nach feierabend meldete sich da wieder mein inneres und frage frech: „na, zigarette gefällig?“ – JA GERNE!!! aber… NEIN – ICH WILL NICHT MEHR!

auch an diesem tag blieb ich tapfer…

beim nächsten mal: was passiert nach so kurzer rauchfreiheit in gesellschaftlicher runde? bleibe ich standhaft?

 

 

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